Kommentar zur Landtagswahl Baden-Württemberg 2026

Veröffentlicht am 12. März 2026


Dr. Christoph Hoffmann, Beisitzer FDP Kreis Lörrach, Vorsitzender Ortsverband Markgräflerland , MdB a.D.:

Die Freie Demokratische Partei (FDP) hat das erforderliche Mindeststimmenergebnis von 5 % sowohl in Baden-Württemberg als auch in den Wahlkreisen des Markgräflerlands nicht erreicht.

Wir möchten an dieser Stelle allen unseren Wählern unseren tiefsten Dank für ihre Unterstützung und ihr Engagement für die liberalen Werte aussprechen, die in diesen Tagen wichtiger denn je sind. Ein besonderer Dank gilt unseren Kandidaten im Markgräflerland, Herrn Lothar Hanser und Herrn Felix Düster. Beide sind Selbständige und hatten daher erschwerte Bedingungen, aber dennoch ein sehr respektables Ergebnis erzielt.

Den Wahlkreisgewinnerin Sarah Hagmann gratulieren wir und wünschen Gelingen im Sinne unserer Region.

Das Wahlergebnis der FDP entspricht nicht unseren Erwartungen und fällt im Vergleich zur letzten Landtagswahl (10,5%) um rund 6% geringer aus, auch wenn durch das neue Wahlrecht die Ergebnisse nicht wirklich vergleichbar sind. Die unglückliche und verspätete Auflösung der Ampel-Koalition in Berlin hat sich extrem negativ auf das Wahlergebnis ausgewirkt und die herausragende Arbeit der FDP-Landtagsfraktion unter der Führung von Dr. Uli Rülke in Stuttgart überschattet.

Die FDP hat im ländlichen Raum stark verloren. In Berlin hatte die FDP erfolgreich eine Reihe von Maßnahmen in der Ampel verhindert, die sich nachteilig auf den ländlichen Raum ausgewirkt hätten, beispielsweise das Verbot von Holzheizungen und die FDP hatte an der Einhaltung der Schuldenbremse festgehalten, um einen übermäßigen Ausbau des Staates zu verhindern. Diese Bemühungen waren jedoch nicht ausreichend, da gleichzeitig – auch gegen meine Stimme – die Streichung der landwirtschaftlichen Subventionen, die Verabschiedung des Selbstbestimmungsgesetzes und die Einführung der Turboeinbürgerung beschlossen wurden.

Stattdessen konnte Cem Özdemir, der als Bundeslandwirtschaftsminister keine nennenswerten Beiträge zur Entwicklung des ländlichen Raumes in Südbaden geleistet hat, nach einem cleveren Wahlkampf in Pop Star Manier eine erhebliche Anzahl von Stimmen gewinnen.

Die Christlich Demokratische Union (CDU) in Baden-Württemberg hat es versäumt, einen prominenten und kompetenten Kandidaten wie beispielsweise Thorsten Frei von der Bundesebene aufzustellen, wodurch sie weit unter ihren Möglichkeiten geblieben ist. Der Niedergang einer an Personal ausgebluteten SPD schreitet voran.

Wesentliche Landesthemen, wie die Verantwortung von Grün-Schwarz für die Rahmenbedingungen der Wirtschaft, Bürokratie, teures Bauen, der Rückgang der schulischen Leistungen im Vergleich zu anderen Bundesländern, Defizite in der inneren Verwaltung wurden vom Wähler nicht wirklich sanktioniert.

Deutschland braucht eine liberale Partei, für die Selbständigen, Freiberufler und Mittelständler, das war und wird auch in Zukunft der Garant für Wohlstand sein. Ich befürchte es wird weiter erst mal wirtschaftlich bergab gehen, bevor dann man sich wieder an Freiheit und Selbständigkeit als Motor erinnert.